DER CHINESISCHE S H A R - P E I
(HUND MIT SANDIGEM FELL)                      

Über 2000 Jahre alt - die ältesten Funde und Abbildungen stammen aus den südlichen Provinzen Chinas und der Han -Dynastie ( 206 v.Chr. - 220 n.Chr.) - hielt der SHAR-PEI 1977 im Guiness-Buch den Rekord, die seltenste Hunderasse der Welt zu sein. Heute gibt es in Deutschland - dem Hauptzuchtland in Europa neben Frankreich - ca. 500 SHAR-PEIS, den USA als Mutterland der modernen Shar-Pei-Zucht schon wieder etwa 140.000 Stück.

Im Gegensatz zu Pekinese oder Mops war der SHAR-PEI niemals ein Luxushund der herrschenden Klasse: er war immer ein Gebrauchshund, der im alten China hauptsächlich als Jagd-, Wach- und Hütehund gehalten wurde und "wild" heranwuchs: man achtete überhaupt nicht auf die Reinheit der Rasse, so dass alle Arten von Bastarden mit SHAR-PEI-Merkmalen existierten. In den gesamten ca. 2000 Jahren seiner Vergangenheit war der SHAR-PEI nur etwa 100 Jahre lang „chinesischer Kampfhund", als chinesische Bauern im 19. Jhrh. als Zeitvertreib Wetten bei Hundekämpfen organisierten und zu diesem Zweck der SHAR-PEI gezüchtet und ausgebildet wurde, wobei die Hauptmerkmale seiner Rasse vervollkommnet wurden, die die Chancen in den Kampfstätten verbessern sollten: das borstige Fell sollte für den Gegner das Zupacken unangenehm machen, die lose Haut sollte es dem SHAR-PEI ermöglichen sich zu drehen und umzuwenden, wenn er vom Gegner schon festgehalten wurde, und zuzubeißen; die gebogenen Fangzähne verbesserten den Griff und die kleinen, anliegenden Ohren ließen dem Feind nur geringe Möglichkeiten, sich darin zu verbeißen. Man sagte aber, dass dem Shar-Pei zur Erhöhung der Angriffslust Drogen und Alkohol gegeben werden musste, weil er von Grund auf ein friedlicher, ja um Liebe bettelnder Haus- und Hof-Hund war, der nur spielerisch mit Gleichartigen "kämpft", wenn er sich sehr wohl fühlt, ohne aber fest zuzubeißen.

Als sich China aber während der letzten 100 Jahre mehr und mehr westlichen Einflüssen öffnete, wurden größere und gefährlichere Hunderassen, wie Bulldogs und Mastiffs eingeführt und auch mit einheimischen Kampfhunden gekreuzt: da war der Shar-Pei zu brav und kein ebenbürtiger Gegner mehr für diese natürlichen, entsprechend abgerichteten "Kampfmaschinen". Da somit kaum noch Nachfrage nach SHAR-PEIS bestand, ging auch der Rassebestand bald zurück.

Das fast völlige Verschwinden und Aussterben des SHAR-PEIS trat ein, als das kommunistische Regime in Rot﷓China alle Hunde mit Steuern belegte. 1947 wurden diese Steuern noch einmal drastisch erhöht, das Züchten ganz verboten. Um 1950 gab es nur noch wenige SHAR-PEIS in China, hauptsächlich noch auf den küstennahen Inseln Macao (port.) und Hong Kong (brit.), die nicht von den chinesischen Gesetzen und Steuern betroffen waren.

1973 war es ein Züchter aus Hong Kong, Mr. Matgo Law, der über einen Zeitungsartikel ein Hilferuf an amerikanische Züchter und Hundeliebhaber richtete und auf das Aussterben der SHAR-PEI Rasse hinwies. Er bat flehentlich darum, ihm dabei zu helfen, die Rasse vor dem Aussterben zu bewahren. Und wer die Amerikaner kennt, der weiß, dass nun die größte Aktion der Welt zur Rettung dieser ungewöhnlichen, einzigartigen exotischen Hunderasse begann.
Auch Deutschland wurde davon erfasst: Herr Weinberg, importierte das 1. SHAR-PEI-Zuchtpaar aus den USA 1973 nach Deutschland und Europa, später auch SHAR-PEI aus Hong Kong.

Die Gründe für das Bemühen, den SHAR-PEI vor dem Aussterben zu retten, liegen in den einzigartigen Besonderheiten, die ihn von jeder anderen Hunderasse unterscheiden:
Seine Hauptmerkmale sind ZUNGE, HAUT, HAARKLEID und SCHNAUZE. Dabei gibt es 2 Rassearten: solche mit schwarzer Pigmentierung und solche ohne, auch "dilute" (rezessiv) genannt.

ZUNGE: Wie der Chow-Chow hat der reinrassige pigmentierte SHAR-PEI eine schwarz-blau gefärbte Zunge und Mundschleimhaut, der dilute SHAR-PEI eine lavendelfarbige (nicht rosa) Zunge.

HAUT: Die lose Haut und das faltige Aussehen sind die widersprüchlichsten Rassezeichen und werden am häufigsten missverstanden und falsch interpretiert: SHAR-PEI-WELPEN haben gewöhnlich eine sehr faltige Haut an Kopf und Körper. Die Körperfalten verschwinden bei deutscher Zucht weitgehend, wenn die Hunde erwachsen werden. Schon mit 1 Jahr sind oft nur noch 3-5 Falten im Schulterbereich vorhanden. Die amerikanische Zucht bevorzugt Falten wenigstens bis zur Hälfte des Rückens. Die Runzeln am Kopf, in einem bestimmten Muster angeordnet, bleiben ein lebenslängliches Charakteristikum des SHAR-PEI.

FELL: Ein ganz besonderes Merkmal ist das Haarkleid: es ist bis zu 2,5 cm lang meist hart und steht ab wie eine Bürste (sog. brushcoat = Bürstenhaar) oder kurz und eng anliegend (sog. horsecoat = Pferdehaar). Der pigmentierte SHAR-PEI (mit schwarz-blauer Zunge) kommt reinrassig vor in den Uni-Fellfarben zimtbraun (fawn) - heller und dunkler -, schwarz, blau, cremefarben (gedeckt) und rot. Die "diluten" Farben sind creme mit lavendelfarbiger Zunge, rot mit dunkler Zunge, schokoladenbraun hellpurpurfarbiger Zunge und silber-anthrazit (sable) mit dunkler Zunge.

SCHNAUZE: Das markanteste Merkmal ist die Nase: entweder nilpferdartiges, wuchtiges halbrundes Fleischmaul (meatmouth) oder elipsenförmiges, etwas schmäleres Knochenmaul (bonemouth).

WESEN und CHARAKTER: Das 2000-jährige orientalische Erbe des SHAR-PEIS sind sein verhaltenes Temperament und sein ruhiges, durch nichts aus der Fassung zu bringendes Wesen. Gegen einzelne Fremde ist er immer zunächst abwehrend wachsam und zurückhaltend, aber für seine Familie zeigt er Zuneigung, Treue und Liebe. Er ist immer gut gelaunt und freut sich, an der Seite seines Besitzers zu sein. Während Besucher von einem Tag auf den anderen vergisst und beim nächsten Besuch zunächst verbellt erinnert er sich an sein "Herrchen" immer, auch wenn er nach 3-wöchiger Abwesenheit am Flughafen wartend nur einen Pfiff von ihm hört und ihn noch nicht sehen kann. "Mr. Entertainer", wie man oft scherzhaft nennt, wird sofort Ihr Herz erobern. Rüden haben Energie für kurze aber starke sportliche Belastungen, Hündinnen ziehen mehr die Zärtlichkeit vor, mit Jagdhundeinschlag sind überaus sportlich und scheuen keine Anstrengung.

Der SHAR-PEI ist ein vorzüglicher Haushund und Wächter. Diese Veranlagung gepaart mit einem hohen Grad an Intelligenz zusätzlich noch mit etwas Eigensinn und Freiheitsdrang und ein Erscheinungsbild als immer traurig blickendes, ja Mitleiderregendes, seriöses Wesen, machen ihn zu einer einmaligen, besonderen Rasse. Er wird auch "Bomber mit Herz" genannt: obwohl rein äußerlich gefährlich aussehend, ist er sehr feinfühlig, zeigt aber Ausgeglichenheit nur in Ihrer Nähe; sonst kann er "aus Protest" schon mal schlecht fressen, wenn er vorübergehend zu Freunden abgegeben oder alleingelassen wird.

Er ist als Welpe schnell stubenrein und hält ab ca. 6 Monaten selbst den Garten rein. Als Kurzhaarhund ist er/sie ebenso leicht zu pflegen wie als Bürstenhaarhund: letzterer wird meist gestriegelt, ersterer leichter gebadet und getrocknet. Sein normales Fressen (2 x täglich) kostet nicht mehr als ein paar Euro am Tag, und er ist leicht zufrieden zu stellen.

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